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Datum: 15.06.2018

Kompetenzerwerb zum Thema "Sterben, Tod und Trauer" im Berufsschulreligionsunterricht (BRU)

Die Konfrontation mit dem Thema „Sterben, Tod und Trauer“ macht vor Türen von Unternehmen und Betrieben nicht halt, sie ist Bestandteil beruflichen Alltags. Nöte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Umgang mit Erfahrungen von Sterben, Tod und Trauer sind ausgeprägter als vielfach angenommen. Unternehmen ab 300 Mitarbeitern haben circa einmal wöchentlich einen Trauerfall. Auch ein erheblicher Prozentsatz attestierter Arbeitsunfähigkeiten steht in Zusammenhang mit existentiellen Verlusterfahrungen.

Strukturen einer Trauerkultur - wie sie in vielen (beruflichen) Schulen in den vergangenen Jahren entwickelt wurden - fehlen häufig in der beruflichen Wirklichkeit.

„Wie wir einst am Beginn der Hospizbewegung standen, so stehen wir am Beginn eines Prozesses von Trauerbegleitung am Arbeitsplatz,“ konstatiert Barbara Koch, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Koblenz und Initiatorin des Leuchtturm-Projekts „Trauerbegleitung am Arbeitsplatz“.

Berufschulpfarrerinnen und –pfarrer haben in Schule erheblich beigetragen zur Etablierung von Ritualen, vielfältigen Formen des Gedenkens und der Anteilnahme im Trauerfall. Die im BRU erworbenen Kompetenzen bringen Auszubildende schließlich in Betriebe und Unternehmen ein. Auch vermag der BRU, eine besondere Perspektive zu vermitteln: In Zeiten von Säkularisierung und Kirchenferne haben die Jugendlichen häufig allein im BRU die Möglichkeit zum eschatologischen Diskurs. Dem Berufsschulreligionsunterricht (BRU) kommt hier im Bereich der Ausbildung eine Schlüsselrolle zu.

Im Rahmen des bibor-Projektes kooperieren Vertreterinnen und Vertreter von Handwerkskammern, dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband (DHPV), Ausbildungsbetrieben, evangelische und katholische Religionspädagoginnen und Religionspädagogen, Soziologen und Schulseelsorger, um Notwendigkeit, Vorteile, Formen und Strukturen einer Trauerkultur am Arbeitsplatz zu reflektieren. Neben Veranstaltungen zum Thema - wie beispielsweise einem im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Katholischen Institut für berufsorientierte Religionspädagogik in Tübingen (KIBOR), dem Institut für Lehrerfortbildung (IFL) und dem PTI Bonn durchgeführten Studientag (s. Anlage) - , einer Publikation zum Thema im Waxmann-Verlag (Erscheinungsdatum Juni 2018) werden außerdem an der Berufspraxis orientierte Materialien für den BRU entwickelt.

Das Projekt wird unterstützt durch die "Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland" am "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" (BMFSFJ), Berlin und erhielt die Kennzeichnung (Branding) als offizielle Umsetzungsmaßnahme der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" und ihrer Handlungsempfehlungen.

Projektleitung: Dr. Monika Marose

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