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Datum: 05.02.2018

Elementare Schritte auf dem Weg zu einer Interreligiösen Religionspädagogik Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Religionsunterrichts aller Religionsgemeinschaften sollen interreligiöse Fragen noch einmal neu (weil anders) aus didaktischer Sicht diskutiert werden.

In diesem mehrteiligen Workshopprozess über 15 Monate werden jüdische, christliche und muslimische Theologinnen und Theologen sowie Religionspädagoginnen und Religionspädagogen die Relevanz einer interreligiösen Theologie für die Entwicklung einer pluralitätsfähigen interreligiösen Religionspädagogik erörtern, bewerten und beurteilen.

Elementare Schritte auf dem Weg
zu einer Interreligiösen Religionspädagogik

Ein Kooperationsprojekt von bibor und pti

 

Die Ausganslage

Der interreligiöse Dialog ist auf einem hohen Niveau angelangt und wird auf diesem Level hauptsächlich auf Tagungen, Kongressen, Symposien und in der Literatur vorangetrieben. Auffällig ist, dass strittige und kontroverse Themen oft nicht in der nötigen Tiefe ausdiskutiert werden können und der Diskurs weitgehend auch ohne religionspädagogische Bezüge und Konsequenzen geführt wird. Dabei ist es gerade der Religionsunterricht aller Religionsgemeinschaften, der von der Pluralität und Multireligiosität unserer Gesellschaft zunehmend herausgefordert ist. Das Nebeneinander von evangelischem, katholischem, orthodoxem, islamischem und jüdischem Religionsunterricht in Deutschland macht eine Verständigung auf konzeptioneller Ebene nötig, die zu weitergehender Kooperation der verschiedenen unterrichtlichen Formate führen sollte. Die Ausgangsfrage unseres Projektes ist, ob die im Kontext der pluralistischen Theologie der Religionen vertretenen Positionen einen tragfähigen Fragehorizont für Klärungen im Blick auf interreligiöse Verständigung und Kooperation darstellen können. 

 

 

Der Projektansatz

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des Religionsunterrichts aller Religionsgemeinschaften sollen interreligiöse Fragen noch einmal neu (weil anders) aus didaktischer Sicht diskutiert werden. Konkret sollen dabei kategoriale und fundamentale Wahrheiten, Strukturen, Erfahrungen und Zugänge von Bildungsgegenständen aus den jeweiligen Religionen im Zentrum des Diskurses stehen. Ausgehend vom Primat der Didaktik gegenüber den Fachwissenschaften sollen religiöse Inhalte im interreligiösen Diskurs religionspädagogisch reflektiert werden. Welche Rolle spielen elementare Erfahrungen und Zugänge (also die „Subjektorientierung“) in den verschiedenen Religionspädagogiken und wie ist deren Bezug zu den elementaren Wahrheiten und Strukturen (also zur „Konfessionalität“ bzw. „Positionalität“) zu bestimmen? Dabei wäre zu prüfen, ob und inwieweit die interreligiöse Erörterung von elementaren, kategorialen und fundamentalen Strukturen der religiösen Inhaltsaspekte zu einer den Religionen gemeinsamen religionspädagogischen Konzeption beiträgt und langfristig zum Entwurf eines ´Interreligiösen Religionsunterrichts´ führen kann.

Solche religionspädagogischen und didaktischen Analysen sind z.B. vorstellbar zur Symboldidaktik, zu Gottesbildern, zum kritisch-hermeneutischen Umgang mit Heiligen Schriften (und der Frage der Anerkennung von Heiligen Schriften anderer Religionsgemeinschaften) oder zu sozialethischen Fragen. Um dem Grundanliegen des bibor bzw. der Berufsorientierung Rechnung zu tragen, wären berufsorientierte Zuspitzungen im Bereich der Beispiele und Erträge wünschenswert.

 

Die Projektdurchführung

Das Projekt möchte Fragen einer religionspädagogischen Konzeption in interreligiöser Perspektive religionsdidaktisch in zeitlicher wie auch personeller Kontinuität erörtern. Dafür soll eine Projektgruppe aus in der Theorie und/oder Praxis erfahrenen Religionspädagoginnen und Religionspädagogen – paritätisch zusammengesetzt aus Judentum, Christentum und Islam – gebildet werden, die ca. 15 Personen umfasst. Der vorauszusetzenden und unbedingt einzuholenden reflektierten Positionalität aller Beteiligten soll durch eine entsprechende religionstheologische Weite in der Projektkonzeption Rechnung getragen werden. Der verbindliche Teilnehmerkreis soll in vier Sitzungen über ein Jahr verteilt tagen (Tagungszeitstruktur von Mittag bis Mittag). Zu einzelnen Sitzungen sollen Experten zu bestimmten Themen hinzugezogen werden. Die (1.) zeitliche und (2.) personelle Kontinuität im Projektprozess, das (3.) sich aufbauende Vertrauen der Projektgruppe, die (4.) gemeinsame didaktisch-religionspädagogische Expertise und (5.) die Fokussierung auf die schulische Praxis ermöglichen, dass der religionspädagogische Diskurs zu neuen didaktischen Einsichten führt, die Basis für eine intensivere religionspädagogische Zusammenarbeit schafft sowie elementare Leitlinien zur Konzeption einer `Interreligiösen Religionspädagogik´ eröffnet.

Die Anlage des Projektes bringt es mit sich, dass die Ergebnisse über die berufsorientierte Religionspädagogik hinausweisen.

 

 

Dokumentation und Evaluation

Neben einer Dokumentation des Diskurses an sich soll auch in – noch zu wählender  angemessener Form - evaluiert werden, ob es aus didaktisch-lerntheoretischer Sicht den Religionsgemeinschaften gemeinsame didaktische Ansätze und religionspädagogische Konzeptionen gibt, die einen „interreligiösen“ Religionsunterricht didaktisch fördern und stützen und dabei auch Impulse für das interreligiöse Gespräch insgesamt geben können. Die Erstellung von Unterrichtsmaterialien in interreligiöser Perspektive ist nur sekundär Ziel des Projektes und kann gegebenenfalls als Nebenprodukt abfallen.

 

 

Termine

 1. Treffen: 16.-17. April 2018

 2. Treffen: 3.-4. September 2018

 3. Treffen: 3.-4. Dezember 2018

 4. Treffen: 27.-28. März 2019

 

Ort

Die Tagungen finden statt im PTI Bonn-Bad Godesberg, Mandelbaumweg 2.

Die Kosten für Übernachtung, Verpflegung sowie die Reisekosten werden von uns übernommen.

 

 

 

 

Prof. Dr: Andreas Obermann (bibor)

Prof. Dr. Gotthard Fermor (pti Bonn)

Dr. Rainer Möller (pti Bonn)

 

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