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„Delphi-Befragung“ zum Thema „Was ist evangelisch am Berufsschulreligionsunterricht (BRU)?“

In 2017/18 führte das bibor eine so genannte „Delphi-Befragung“ zum Thema „Was ist evangelisch am Berufsschulreligionsunterricht (BRU)?“ durch.

Delphi

 

„Delphi“ ist eine aus der Marktforschung entlehnte Methode, mit der die von Experten vertretenen Ansichten zu einer speziellen Frage sicherer ermittelt werden können, als das durch aufwändige Datenerhebungen der Fall ist. Experten kommen zu zwei Fachgesprächen zusammen, entwickeln beim ersten Gespräch sowie in den Monaten zwischen beiden Gesprächen Thesen und Statements, die dann vom Forschungsteam zu einem gemeinsamen Text zusammengefügt werden, so dass sie im zweiten Fachgespräch diskutiert, konzentriert und zusammengefügt werden können. Der Name „Delphi“ ist bewusst gewählt, weil es sich um eine Art von „Experten-Orakel“ handeln soll. Als Diskutanten kamen Verantwortungsträger aus dem MSW, aus beiden Kirchen, aus den Bezirksregierungen und dem Bonner BIBB, außerdem Schulleiter, Fachleiter, Bezirksbeauftragte und Leiter von Fortbildungsinstituten an der Universität Bonn zusammen. Am 27.9.2017 fand das erste Delphi-Fachgespräch im bibor Bonn statt. Der lebhafte Diskurs wurde in Vorbereitung auf das zweite Fachgespräch transkribiert und weitere Fragen zur Bestimmung „des Evangelischen“ und zur Vertiefung der Debatte wurden generiert. Am 25.4.2018 folgte das zweite Symposion. Die Anregung zu dieser Befragung in Sachen Konfessionalität des BRU stammt aus dem EIBOR Tübingen (Friedrich Schweitzer), das die Befragung bereits 2015 und 2016 durchführte. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse in verschiedenen Bundesländern zu gewährleisten, bearbeitete das bibor denselben Fragenkomplex und ging methodisch analog vor. Was die Ergebnisse des Bonner Delphi-Prozesses anbelangt hat es sich herausgestellt, dass sich der BRU in der nächsten Zeit deutlich verändern wird. Alle Experten sind gemeinsam der Meinung, dass der BRU im Klassenverband seinem Ende entgegen geht und dass er wahrscheinlich deutlich weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer und auch weniger unterrichtende Pfarrerinnen und Pfarrer haben wird. Dabei wird die sich entwickelnde konfessionelle Kooperation auf das ganz besondere Verhältnis zwischen evangelischem und katholischem BRU zu achten haben; die großen theologischen Gemeinsamkeiten, die in den letzten Jahrzehnten erreicht wurden, dürfen im Zusammenhang eines weiteren Verständnisses von Pluralität nicht nivelliert oder gar vergessen werden. Eine Publikation ist in Vorbereitung.

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