Sie sind hier: Startseite "Offene Konfessionalität" als Leitkategorie für den künftigen RU an berufsbildenden Schulen

"Offene Konfessionalität" als Leitkategorie für den künftigen RU an berufsbildenden Schulen

In Kooperation mit den Partnerinstituten KIBOR und EIBOR widmete sich das bibor dem Thema des "BRU der Zukunft". Diskurse mit Expert*innen standen im Zentrum des multiperspektivischen Reflexionsprozesses.

Cover Offene Konfessionalität

 

Korrespondierend und auf Anregung der Kolleginnen und Kollegen des EIBOR iniitierte das bibor für Nordrhein-Westfalen eine Delphi-Befragung zum Thema „Was ist evangelisch am Berufsschulreligionsunterricht?“. Es war von Interesse zu prüfen, inwiefern sich die Auffassungen im einwohnerstärksten Bundesland der Republik von den für Baden-Württemberg ermittelten unterschieden. Das KIBOR erhob ebenfalls durch eine qualitative empirische Studie Daten zu Fragen der Konfessionalität und zur Zukunft des BRU. Jedes der drei Institute für berufsorientierte Religionspädagogik ermittelte zunächst für sich und dann gemeinsam in der Zusammenschau Vorstellungen von der Didaktik des "BRU der Zukunft". Übereinstimmend bekennen sich KIBOR, EIBOR und bibor zum konfessionellen BRU. Gemeinsam formulieren die Akteure als Leitkategorie für den künftigen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen den Begriff der „offenen Konfessionalität“.

Die von EIBOR und bibor favorisierte Delphi-Methode ist in ihren Anfängen ein prominentes Instrument der Prognostik und beschreibt ein intuitives Prognoseverfahren. Sie wurde während der 60er Jahre entwickelt und zur Voraussage wirtschaftlicher, technischer und sozialer Entwicklungen genutzt. In der deutschen Bildungslandschaft entwickelte sich die Methode Delphi weiter. Dabei ging es weniger stark um Zukunftsvorhersagen als vielmehr um die Aufgabe, durch und mit Expertinnen und Experten Probleme zu lösen und so die Bildungsplanung effektiver anzugehen. Gestaltungsaufgaben und -möglichkeiten sollten und sollen eruiert werden, um Trends im Blick zu behalten.

Eine Delphi-Befragung steht und fällt mit der Expertise der Teilnehmenden. Die Betrachtung des Gegenstands sollte multiperspektivisch, möglichst umfassend sein. Im Falle der Überlegungen zum Evangelischen des BRU wurden also Vertreterinnen und Vertreter der für den BRU Verantwortung tragenden kirchlichen und staatlichen Institutionen und Einrichtungen ebenso befragt wie Expertinnen und Experten, die im Schulalltag täglich für das Gelingen des Unterrichts Sorge tragen. Anliegen des bibor war außerdem, die Thematik nicht ausschließlich im evangelischen Kontext zu diskutieren, sondern auch Überlegungen aus katholischer Perspektive einzubeziehen. Zum Fachgespräch in der Universität Bonn kamen zusammen Verantwortungsträger*innen aus dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Evangelischen Kirche in Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland, des Referats Religionspädagogik des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz, der Bezirksregierungen, des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie Schulleiter*nnen berufsbildender Schulen, Dozent*innen von Pädagogischen und Pädagogisch-Theologischen Instituten, Fachleiter*innen der Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung, Pfarrer*innen und Bezirksauftragte.

Die Teilnahme an einem Delphi-Verfahren ist für Diskutantinnen und Diskutanten mit hohem Aufwand verbunden. Die Eingeladenen wurden vor Beginn darüber aufgeklärt, was auf sie zukommen werde, dass sie zu zwei Symposien zusammenkommen würden und vorab schriftlich nicht nur Leitfragen zu beantworten hätten, sondern sich darüber hinaus auf die jeweiligen Experten-Gespräche vorzubereiten hätten, indem sie die ihnen mit einigem zeitlichem Vorlauf übersandten anonymisierten Antworten sämtlicher am Prozess Beteiligter zur Kenntnis nähmen. Die Thesenpapiere bildeten mittelbar und unmittelbar eine Gesprächsgrundlage für die Symposien. Das mehrphasige Vorgehen gewährleistete eine Vertiefung der Reflexion bei gleichzeitiger Verdichtung der Argumentation. Reflexionsprozesse und Ergebnisse sind dokumentiert in dem Band Anfang 2021 erscheinenden Band:

Matthias Gronover, Christian Krause, Monika Marose, Reinhold Boschki, Michael Meyer-Blanck und Friedrich Schweitzer (Hrsg)."Offene Konfessionalität. Diskurse mit Expertinnen und Experten zum Profil des Religionsunterrichts an berufsbildenden Schulen".

 

 

 

 

 

 

 

Artikelaktionen