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Glaube und Religiosität in beruflichen Kontexten

Der Theologe und Mediziner Manfred Lütz provozierte in seinem Werk „Der Skandal der Skandale“ mit der These, das Christentum sei die unbekannteste Religion der westlichen Welt (Lütz, 2018 S. 9). Heutzutage verfügen in der Tat nur wenige Schülerinnen und Schüler noch über Basis-Kenntnisse zum Christentum. Religionslehrende an berufsbildenden Schulen können dies zweifellos bildungsgangübergreifend bestätigen - obwohl die Lernenden hier doch in der Regel bereits an allgemeinbildenden Schulen Religionsunterricht hatten. Kolleginnen, die als Ausbildungslehrende oder Fachleiterinnen tätig sind, berichten nicht selten, dass selbst angehende Religionslehrkräfte klagen und sich unsicher fühlen und nicht ausreichend kompetent angesichts zentraler christlicher Themen wie "Jesus" oder "Bibel". - Da junge Erwachsene vielfach nicht mehr religiös sozialisiert sind, gehört es zu den Aufgaben des (B)RU, stärker als früher elementares religiöses Wissen zu vermitteln. Im Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen haben wir zusätzlich die Möglichkeit, auch Konflikte und Herausforderungen der Arbeitswelt vor dem Hintergrund der biblischen Narrative zu reflektieren. Was einerseits als Schwierigkeit angesehen werden mag, bietet zugleich einen zusätzlichen Zugang zur Lebenswirklichkeit der jungen Erwachsenen. Denn häufig sind es Probleme und Konflikte im Kontext der Arbeitswelt, die junge Menschen umtreiben. Angesichts einer zunehmenden Individualisierung und Vereinzelung in der Gesellschaft hat Arbeit heute einen bedeutsamen Stellenwert für das Individuum. Erreichbar ist die Mehrheit der Menschen nicht in der Gemeinde, sondern am Arbeitsplatz – und die Jugend natürlich im Berufsschulrelgionsunterricht. Arbeitswelt ist Lebenswelt. Die wohl brennendste Frage junger Erwachsener reflektiert, was wohl nach dem Tod kommen mag. Der eschatologische Diskurs stellt zugleich ein Alleinstellungsmerkmal des (B)RU dar und ist heutzutage, da religiöses Wissen zunhemend schwindet, wesentlicher denn je. Das bibor widmete sich der Thematik in interreligiöser und multiperspektivischer Weitung. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die Heiligen Schriften. Auch religionsfreie Lernende werden im Rahmen des entwickelten Unterrichsmaterials in den Blick genommen. Nicht anders ist die Herangehensweise im Kontext der Christologie. Der biblische Text, in diesem Fall das Markus-Evangelium, bildet die Grundlage von "Jesus in Beruf und Leben" und doch setzt das Unterrichtsmaterial ganz und gar an der Lebenswirklichkeit der Auszubildenden an.

Jenseitsvorstellungen
 
Vorankündigung: Gronover & Marose "Jesus in Beruf und Leben. Bausteine für den RU an berufsbildenden Schulen". V&R.
 
BRU Mehr als Moleküle. Ein Film von Camillo Ritter 2017. 4,23 Min.
In Kooperation mit dem PTI-Bonn, dem PI-Villigst, dem "Berufskolleg im Bildungspark der Stadt Essen" war das bibor maßgeblich beteiligt an der Produktion eines kanpp vierminütigen Werbefilms für den BRU. Als Regisseur konnte der Hamburger Künstler und Filmemacher Camillo Ritter gewonnen werden. Der Kurzfilm lädt junge Erwachsene ein zur Reflexion existentieller Fragen im Kontext von Glauben, Religion, Lebens-, und Arbeitswelt. Finanziert wurde der Film von der "Gesellschaft für Religionspädagogik Villigst e.V.", auf deren Website er kostenlos herunterladbar ist. Eingesetzt wurde und wird das kurzweilige Werk von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen im BRU und auch zur Bewerbung der Evangelischen Theologie im universitären Kontext. Ansprechpartnerin: Monika Marose
Monika Marose: Alltagssituationen in der Kita: Ein Kind wird krank. In: Rainer Möller/Clauß Peter Sajak (Hrs.): Religionspädagogik für Erzieherinnen. Ein ökumenisches Arbeitsbuch. 2020 Kohlhammer, S. 156-177; 156/57
 
Cover Möller/Sajak (hg.) Religionspädagogik für Erzieherinnen
 
Ökumenischen Arbeitsbuch
 
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